Sichtfeldanalyse und Attributkartierung
für dEn Berliner Bereich des UNESCO-Welterbes
Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin

Schlösser und Gärten

von Potsdam und Berlin

Sandra Kaiser – Heritage Consultancy | UNESCO WELTERBE

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Sichtfeldanalyse und Attributkartierung

Für das UNESCO-Welterbe Schlösser und Gärten von Berlin wird eine umfassende Sichtfeldanalyse und Attributkartierung erarbeitet. Ziel der Studie ist es, die visuellen, räumlichen und denkmalfachlichen Grundlagen der Welterbestätte systematisch zu erfassen und für zukünftige Planungs- und Bewertungsprozesse nutzbar zu machen.

Im Mittelpunkt stehen die Identifikation der wesentlichen Werte, Schlüsselattribute und Attribute des Welterbes sowie die Analyse der bedeutenden Sichtbeziehungen der Berliner Bereiche der Kulturlandschaft. Die Untersuchung verbindet denkmalfachliche Bewertung, historische Quellenarbeit, ICOMOS-Bezüge und GIS-gestützte Kartierung zu einer belastbaren Grundlage für das Welterbe-Management.

Die Erarbeitung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt Berlin.

Hintergrund und Ausgangslage

Die Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin bilden eine einzigartige Kulturlandschaft aus Architektur, Gartenkunst, Wasserflächen, Topografie und bewusst komponierten Sichtbeziehungen. Das Ensemble entstand zwischen dem 18. und frühen 20. Jahrhundert und umfasst bedeutende Anlagen wie Sanssouci, den Neuen Garten, Babelsberg, Sacrow, die Pfaueninsel, Glienicke und weitere Park- und Schlossanlagen.

Bereits ICOMOS hob in seinen Evaluation Reports die besondere visuelle und räumliche Einheit des Ensembles hervor. Die bewusst angelegten Perspektiven, Blickachsen und landschaftlichen Bezüge sind daher nicht nur gestalterische Elemente, sondern selbst wesentliche Träger des außergewöhnlichen universellen Wertes.

Leistungen im Überblick

Im Rahmen der Studie wurden von uns die Werte und Attribute der Welterbestätte nach dem methodischen Rahmenwerk der internationalen ICOMOS- und UNESCO-Grundlagen und unter Einbeziehung der VDL herausgearbeitet. Dazu gehörten insbesondere:

  • Auswertung des Statement of Outstanding Universal Value und der ICOMOS Evaluation Reports

  • Herleitung der zentralen Werte, Schlüsselattribute und ergänzenden Attribute der Welterbestätte

  • Einordnung der Sichtbeziehungen als räumliche Attribute des Welterbes

  • Analyse historisch, funktional, strukturell und ideell bedeutender Sichtachsen

  • Erfassung und Bewertung ausgewählter Blickpunkte in Potsdam und Berlin

  • GIS-gestützte Kartierung der Sichtbeziehungen, Blickrichtungen und räumlichen Zusammenhänge

  • Entwicklung einer methodischen Grundlage für zukünftige Heritage Impact Assessments und denkmalfachliche Bewertungen

Methodik der Attributkartierung

Die Attributkartierung orientierte sich am VDL-Arbeitsblatt Nr. 57 „UNESCO-Welterbe: Attribute“ sowie an der Guidance and Toolkit for Impact Assessments in a World Heritage Context von UNESCO, ICOMOS, ICCROM und IUCN. Auf dieser Grundlage wurden die übergeordneten Werte der Welterbestätte des SOUV bestimmt und anschließend in Schlüsselattribute und ergänzende Attribute übersetzt.

Besonders herausgearbeitet wurden das Gesamtkunstwerk in der Landschaft, der eklektische und evolutive Charakter des Ensembles, das räumliche Sichtbeziehungsgefüge, die europäischen Einflüsse in Architektur und Gartenkunst sowie die Architektur und Landschaftsgestaltung als Ausdruck monarchischer Macht.

Sichtfeldanalyse und GIS-Kartierung

Ein zentraler Bestandteil der Studie ist die Erfassung und Bewertung der Sichtbeziehungen. Dabei werden Blickpunkte, Blickrichtungen, Sichtachsen, Panoramen und landschaftliche Bezüge systematisch untersucht. Die Sichtbeziehungen werden nicht nur als visuelle Eindrücke verstanden, sondern als denkmalfachlich relevante räumliche Attribute.

Mithilfe GIS-gestützter Kartierungen werden die Blickpunkte verortet, Sichtachsen dargestellt und räumliche Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bestandteilen des Welterbes sichtbar gemacht. Dadurch können die historischen und landschaftlichen Beziehungen zwischen Potsdam, Berlin, der Havel, den Parkanlagen und den architektonischen Point de Vues präzise nachvollzogen werden.

Blickpunkte und Sichtachsen

Die Analyse umfasste unter anderem Sichtbeziehungen von und zu den Berliner Bereichen der Welterbestätte. Untersucht werden sowohl Blicke aus den Parkanlagen in die umgebende Kulturlandschaft als auch Blickbeziehungen zwischen einzelnen Bauwerken, Uferbereichen, Höhenpunkten und landschaftlichen Kompositionen.

Dabei werden die Sichtbeziehungen nach visuellen, strukturellen, funktionalen und assoziativ-ideellen Kriterien bewertet. So kann herausgearbeitet werden, welche Blickbeziehungen für die Lesbarkeit des Welterbes besonders prägend sind und welche Rolle sie für Authentizität, Integrität und außergewöhnlichen universellen Wert spielen.

Ergebnis und Nutzen

Das Ergebnis ist eine fachlich fundierte Sichtfeldanalyse und Attributkartierung, die die komplexen räumlichen Zusammenhänge des UNESCO-Welterbes Schlösser und Gärten von Berlin nachvollziehbar darstellt. Die Studie zeigt, welche Werte und Attribute den außergewöhnlichen universellen Wert tragen und welche Sichtbeziehungen für das Verständnis der Kulturlandschaft besonders bedeutsam sind.

Damit bildet die Untersuchung eine wichtige Grundlage für das Welterbe-Management, definiert Erhaltungsprinzipien und dient zukünftige Planungen im Umfeld der Welterbestätte sowie für Heritage Impact Assessments. Sie soll Behörden, Fachplanerinnen und Fachplaner sowie Entscheidungsträger dabei helfen, mögliche Auswirkungen auf die visuelle Integrität des Welterbes frühzeitig zu erkennen und diese fachlich einzuordnen.

Projektlaufzeit

2026

Projektinhalte

Sichtfeldanalyse

Sensivitätsanalyse

Georeferenzierte Visualisierungen

Sandra Kaiser

Daniel Schulz | Nuts Studio

ProjektTeam

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Residenzensemble Schwerin | Kulturerbe-Verträglichkeitsprüfung